Aneignungs- und Aushandlungsprozesse im öffentlichen Raum – eine explorative Untersuchung zu veränderten Raumwahrnehmungen und –gestaltungen durch den Aufenthalt von Flüchtlingen in zwei Sozialräumen der Städte Dortmund und Düsseldorf

Projektleitung: Prof. Dr. Heike Herrmann
Projektmitarbeiterin: Andrea Hilger (M.A. Sozialraumentwicklung u. –organisation)
Laufzeit: 11/2016 – 7/2018
gefördert durch: Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen

 

Projektbeschreibung:

Städte und Kommunen standen im Jahr 2015 vor der großen Herausforderung, eine hohe Anzahl von geflüchteten Menschen aufzunehmen. Die Strategien der Städte der kurzfristigen und längerfristigen Unterbringung der Flüchtlinge unterscheiden sich nicht zuletzt aufgrund der jeweils vorhandenen räumlichen Gegebenheit stark voneinander. Fest steht jedoch, dass die aus den unterschiedlichsten Lebensverhältnissen stammenden Menschen das alltägliche Leben besonders in den Sozialräumen der Städte und Kommunen verändern werden oder bereits verändert haben, in denen sie untergebracht sind und durch die sie sich bewegen (müssen). Durch die neu hinzugekommenen Gruppen verändern sich, so eine Grundannahme des Projekts, die sozialen Konstruktionen der (öffentlichen) Räume.

Mit einem Methodenmix aus Raumbeobachtungen, Expertenbefragungen, qualitativen Interviews sowie Gruppendiskussionen mit Bewohner_innen und anderen Akteuren zweier Sozialräume in Dortmund und Düsseldorf werden im Rahmen des Projekts Perzeptionen der „Orte der Begegnung“ (oder „Foki“) und die mit ihnen verknüpften Wahrnehmungen des und der jeweils wechselseitig Fremden erhoben. In diesem Zusammenhang fragen wir auch nach der Bedeutung der mehr oder weniger flüchtigen Begegnungen im öffentlichen Raum für die soziale Integration der jeweiligen Gruppen in die (Stadt-) Gesellschaften.

Der (öffentliche) Raum wird im Rahmen des Projekts als sozial produziert und konstruiert verstanden. Auch ist die Produktion des Raumes stark mit Prozessen der Macht/Aneignung verbunden. Mit Blick auf die alltägliche Wahrnehmung des öffentlichen Raumes stehen Machtbalancen bzw. Aneignungs- und Aushandlungsprozesse, neue Konfliktkonstellationen, wechselseitige Wahrnehmungen und Wirkungsgefüge im öffentlichen Raum, die sich durch die neu hinzukommenden Gruppen und die mit ihnen verbundene Vielfalt und gegenseitige Fremdheit verändern, im Zentrum der Forschung.

Dem durch die Projektleitung und dem Forschungsinstitut FGW vertretenem Ansatz folgend werden zivilgesellschaftliche und kommunale Akteure in den Forschungsprozess mit einbezogen. Die Ergebnisse fließen mittels verschiedener Bausteine (Dialogforen, Gruppendiskussionen) in den lokalen Diskurs ein. Das Projekt ist an der Hochschule Fulda angesiedelt.