Gesundheitsberufe

Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte

1. Berufs- und Professionstheorie mit dem Fokus Gesundheitsberufe

Theorie und Empirie der Entwicklung der Gesundheitsberufe sind seit Beginn der beruflichen Tätigkeit am Sonderforschungsbereich 101 der Universität München (Berufs- und Arbeitskräfteforschung) Gegenstand der wissenschaftlichen Arbeit. Frühere Arbeiten bezogen sich – in professionssoziologischer Perspektive – vor allem auf die Entstehung des Ärztestandes (Stichwort: Professionalisierung) und die aktuellen Entwicklungstendenzen des medizinischen Berufs (Stichwort: Deprofessionalisierung) sowie auf die interdisziplinäre Kooperation im Krankenhaus (Medizin – Sozialarbeit). Jüngere Arbeiten befassen sich vor allem mit den aktuellen Entwicklungstendenzen in den Pflegeberufen und den nicht-ärztlichen therapeutischen Berufen (Stichwort: Akademisierung). In jüngsten Analysen spielen komparative Gesichtspunkte, speziell der Vergleich mit der angelsächsisch geprägten Formierung von Kompetenz in der Gesundheitsarbeit (Stichwort: professionalism) sowie die Auseinandersetzung mit den Steuerungsmechanismen Markt und Staat eine zentrale Rolle. 

Laufende Projekte

  • Entwicklung des Arzt-Patientenverhältnisses durch die Einführung einer Persönlichen Einrichtungsübergreifenden Patientenakte (PEPA) und anderer technischer Innovationen.
    (Development of the doctor-patient-relationship as a result of the introduction of a personal trans-institutional patient file.)
    Zusammenfassung

2. Gesundheits- und Pflegemobilität in Europa

Einen aktuellen Arbeitsschwerpunkt bildet die systematische Auseinandersetzung mit gesundheitsbezogener Personenmobilität in Europa – sowohl auf Seiten der Angehörigen von Gesundheits- und Pflegeberufen wie auf Seiten der Adressaten von Gesundheits- und Pflegedienstleistungen.

Laufende Projekte

  • Integration ausländischer Pflegekräfte in den beruflichen Alltag
  • Förderung der Sprachkompetenz für nach Deutschland immigrierende internationale Pflegekräfte

3. Gesundheitliche Risiken und Arbeitsschutz / betriebliche Gesundheitsförderung bei neuen Formen der Arbeit

Die langjährige Tätigkeit in Forschungs- und Beratungsprojekten (u.a. im Programm „Humanisierung des Arbeitslebens“ und Folgeprogramme) führte zur Auseinandersetzung mit den Belastungsfaktoren, die mit neuen Formen der Arbeit einhergehen. Im Zentrum der F&E-Vorhaben steht analytisch und gestaltungsorientiert die neue Arbeitsform „Projekt“ (Projektorganisation/Projektmanagement).

 

 

Leitung

Heinrich Bollinger

Prof. em. Dr.

Heinrich Bollinger

Organisationssoziologie

Prof. em. Dr. Heinrich Bollinger +49 661 9640-455 (Sekr.)
Sprechzeiten
nach besonderer Vereinbarung

Zur Person

Prof. Dr. Heinrich Bollinger ist Professor für Organisationssoziologie und Mitglied des Forschungsschwerpunkts „Arbeit – Beruf – Gesundheit“ des Fachbereichs Sozial- und Kulturwissenschaften. Er ist Ansprechpartner der „AG Gesundheitsberufe" in der Sektion „Professionssoziologie" der Deutschen Gesellschaft für Soziologie.